Die Pfarre am botanischen Garten

© MuttergotteskircheTäglich kommen Menschen in die Kirche in der Jacquingasse um Gottesdienst zu feiern, oder um den Rosenkranz zu beten. Gemeinsam mit den "Töchtern der göttlichen Liebe" entstand in der Pfarre An der Muttergotteskirche ein Zentrum des geistlichen Lebens im Fasanviertel.

Zwei wichtige Fakten prägen die Pfarre "An der Muttergotteskirche" im 3. Wiener Gemeindebezirk. Zum einen die enge Verbundenheit mit dem Kloster, dem Mutterhaus der Töchter der göttlichen Liebe, und zum Anderen die Nähe zum Botanischen Garten. Wie in der Pfarrchronik vermerkt ist, gehörte der Grund, auf dem Kloster und Kirche stehen, früher dem Botanischen Garten und wurde von Kaiser Franz Josef den Schwestern geschenkt. Heute ist die Kirche das seelsorgliche Zentrum im Fasanviertel und Pavol Dubovsky ist seit 1998 Seelsorger und Pfarrer der Gemeinde.

Bewegte Geschichte

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Tag für Tag wird in der Pfarrkirche Gottesdienst gefeiert und gebetet.

Die Seelsorge im Fasanviertel, wie die Gegend zwischen Rennweg, Landstraßer Gürtel und Belvedere genannt wird, begann, als sich Franziska Lechner mit ihrer jungen Gemeinschaft hier ansiedelte. Sie hatte weiter gedacht und wollte nicht nur eine Klosterkirche bauen, sondern auch ein Zentrum seelsorglicher Betreuung für die Nachbarn des neu entstandenen  Fasanviertels schaffen. Am 22. April 1891 wird die Kirche "Zur Dreimal Wunderbaren Mutter" geweiht, in "Erinnerung an die Vermählung von Erzherzogin Marie Valerie und Erzherzog Franz Salvator", wie eine Gedenktafel im Altarraum vermerkt.

Um die Ordensschwestern zu schützen und die Seelsorge zu gewährleisten, wird am 1. Juli 1939 die Pfarre An der Muttergotteskirche errichtet.
Die in Kriegstagen abgenommenen Glocken konnten erst 60 Jahre später wieder erneuert werden. Seit Sonntag, 25. September 2005, rufen wieder drei Glocken die Menschen zu den täglichen Gottesdiensten, denn Generalvikar Franz Schuster weihte zwei neue Glocken: "Franziska" und "Paulus".

Tag für Tag wird in der Kirche gebetet

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Kirche und Kloster stehen auf ehemaligem Grund des Botanischen Gartens.

Die täglichen Gottesdienste mit den geistlichen Schwestern prägen das seelsorgliche Leben, denn sowohl zu den Heiligen Messen, als auch zum Rosenkranzgebet kommen Tag für Tag mehrere Männern und Frauen.

Pfarrer Pavol Dubovsky ist es ein großes Anliegen, gemeinsam mit den Schwestern zu beten und Eucharistie zu feiern. So vergeht kein Tag an dem es keinen Gottesdienst in der Kirche gibt. "Am Freitag Abend gibt es immer unterschiedliche Gebetsformen, da ist unser Gebetsabend. Wir halten Andachten, auch stille Anbetungen, einmal monatlich einen Gebetsabend mit Liedern aus Taizé oder im Mai die Maiandachten. Jeder Abend wird mit der gemeinsam gesungenen Komplet abgeschlossen, das ist mir ein wichtiges Anliegen", betont der Pfarrer.

Ein Schild an der Kirche ermutigt die Menschen, falls die Kirche geschossen ist, an der Klosterpforte zu läuten, und so die Kirche auf diesem Weg betreten zu können. Besonders beeindruckend ist der tägliche Dienst von Schwester Reinhilde Peters FDC, die seit mehr als 62 Jahren die Orgel in der Klosterkirche spielt. Unermüdlich ist sie im Einsatz und begleitet die Gemeinde beim Gesang mit ihrem Orgelspiel.

Dienerin Gottes, Mutter Franziska

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Die Kirche ist der dreimal wunderbaren Gottesmutter geweiht.

Das Kloster der "Töchter der göttlichen Liebe" ist für viele Menschen ein Ort des Gebetes und für täglich bis zu 40 obdachlose Menschen ein Ort an dem sie eine warme Mahlzeit bekommen. So leben die Schwestern den Auftrag den die Ordensgründerin gab, immer für die Armen da zu sein. Am 21. November 2006 wurde in der Kirche der diözesane Seligsprechungsprozess für Mutter Franziska Lechner von Kardinal Christoph Schönborn eröffnet. "Jeder Christ, jede Christin, die vorbildlich ihr Leben gelebt haben, sind für die Diözese wichtig. Mutter Lechner ist vor über 100 Jahren verstorben. Ihr Werk geht aber in der ganzen Welt weiter. Es ist an der Zeit, die großen Frauen in der Kirche des 19. Jahrhunderts besser kennen zu lernen. Was diese Ordensfrauen im gewaltigen sozialen Umbruch der Großstadt Wien geleistet haben unter den Ärmsten in der Bevölkerung ist beeindruckend", erklärte der Kardinal bei der Feier.

Gemeinsam feiern und beten

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Fronleichnam im botanischen Garten gehört zu den wichtigen Festen in der Pfarre an der Muttergotteskirche.

Besonders beeindruckend ist jedes Jahr das Fronleichnamsfest. "Durch die Nachbarschaft zum botanischen Garten haben wir das Glück, das Hochfest als "Feldmesse" im botanischen Garten feiern zu können. Mehrere hundert Menschen sind jedes Jahr dabei und es ist immer eine schöne Feier", betont Pfarrer Dubovsky.

Zusätzlich zu den "traditionellen" Gruppen wie Jungschar, Senioren-, Frauen- und Bibelrunde gibt es in der Pfarre An der Muttergotteskirche eine "Junge Runde" für alle zwischen 18 und 24 sowie einen "offenen Abend"   für alle "Junggebliebenen".

Die Pfarrkirche ist aber nicht nur geistliches Zentrum der Schwestern und der Pfarrgemeinde im Fasanviertel, sondern auch Heimat für die slowakische Gemeinde, deren Seelsorger Pfarrer Pavol Dubovsky ist.

(red)


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